Dieser Blogbeitrag spiegelt meine (positiven) Erfahrungen im Fujiholics Northumberland Coast Workshop wieder, an dem ich im Februar 2018 teilgenommen habe.

 

Warum habe ich an diesem Workshop teilgenommen?

Im Januar 2017 war ich einer der glücklichen Teilnehmer des Fujiholics Glencoe Winter Workshops, der von Matt Hart und Paul Sanders geleitet wurde. Am Ende des Workshops verspürten alle Teilnehmer große Lust, sich in einem Jahr wieder zu treffen. Wir sprachen darüber, was und wo wir das durchführen könnten und dann fuhren wir alle nach Hause.

Es wäre nicht das erste Mal gewesen, wenn es bei so einer Idee nichts nachkommt (wegen des üblichen “High”-Gefühls am Ende eines großartigen Urlaubs oder Events), aber zum Glück arbeitete Matt weiter an der Idee und entwickelte sehr schnell das Projekt eines Workshops an der Northumberland Küste im Jahr 2018. Nach einigen Herausforderungen, den geeigneten Termin zu finden, der den meisten Teilnehmern am besten passte, waren wir endlich bereit, unsere Tickets zu buchen. Da nicht jeder aus dem Glencoe-Workshop im Januar 2017 zeit hatte, brachte dieser “Wiedervereinigungs”-Workshop Teilnehmer aus zwei verschiedenen Glencoe-Workshops zusammen.

 

Anreise nach Berwick-upon-Tweed

Üblicherweise fahre ich mit dem Auto nach England oder Schottland, damit ich alle notwendigen (und unnötigen) Ausrüstungsgegenstände mitnehmen kann. Da mein Sohn derzeit in Aberdeen studiert, versuche ich immer, Workshops mit Besuchen in Aberdeen zu kombinieren.

Also fuhr ich am Donnerstag nach Rotterdam, um die Nachtfähre nach Hull zu nehmen. Nach einer guten Nachtruhe konnte ich am Morgen im Berufsverkehr die wunderschönen Staus in Hull, bevor es schließlich nach Norden ging.

Die Fahrt war stressfrei und ich machte einen Zwischenstopp in Blyth und futterte leckeren Fish & Chips im Coastline Restaurant am Strand von Blyth.

Blyth Beach Huts Strandhütten
Blyth Strandhäuschen

 

Nach einem Spaziergang am Strand und einigen Fotos ging es weiter Richtung Berwick-upon-Tweed. Aber ungefähr 60 Meilen vor dem Ziel hatte mein Auto plötzlich einen völligen Leistungsabfall und weißer Rauch kam unter der Motorhaube raus. Heilige Scheiße!

Ich parkte das Auto sofort am Straßenrand und rief meinen luxemburgischen Automobilclub ACL an. Die waren sehr hilfreich und innerhalb einer Stunde (die ich damit verbrachte, in der Sonne auf meinem Kindle zu lesen), kam der britische AA an. Nach einem ersten optimistischen Blick auf das Auto und einem zweiten weniger optimistischen Blick unter die Motorhaube erfolgte die Diagnose in weniger als einer Minute: ein Teil eines Zylinderkopfs hatte sich gelöst und war zerstört und das Fahrzeug musste in die nächste Werkstatt geschleppt werden. Leichter gesagt als getan, denn die beiden nächsten Volkswagenhändler waren entweder in der falschen Richtung (Süden) oder hatten erst in 2 Wochen den ersten freien Termin (???!!). Also vereinbarten wir, das Auto zu Border Engines in Berwick-upon-Tweed zu fahren. Nachdem wir das Auto dort abgeliefert hatten, legten wir alle meine Sachen (und es war wirklich sehr viel) in den Abschleppwagen und der nette Mann fuhr mich zu meinem Hotel.

Abschleppen meines Autos
Meine geheime Spritspartechnik 😉

 

Insgesamt hatte ich Glück, denn ich war etwa 3 Stunden nach der Panne schon in meinem Hotel (dem Kings Arms), was sehr effizient war. Ich checkte schnell ein und bekam Hilfe von anderen Workshop-Teilnehmern, um mein gesamtes Gepäck zur Rezeption zu tragen.

 

Lasst den Workshop beginnen

Nach einem leckeren Abendessen trafen wir uns schließlich in der Bar und gingen die nächsten Tage durch. Paul Sanders erzählte uns, dass er seinen großen Farbdrucker mitgebracht hat und jedem Kursteilnehmer ein großes Foto schenken möchte. Das ist echt toll!

Für die Frühaufsteher hatte Paul Sanders einen kurzen Spaziergang zum Leuchtturm für den Sonnenaufgang am nächsten Tag geplant. Die meisten von uns stimmten zu, und nach einem letzten Drink gingen wir ins Bett.

 

Am frühen Morgen marschierten wir dann zum Leuchtturm hinüber, besprachen verschiedene Bildgestaltungsmöglichkeiten und stellten dann endlich unsere Stative, Kameras usw. auf und warteten auf den Sonnenaufgang…. der nicht kam (obwohl der Himmel am Anfang vielversprechend aussah, kamen während des Sonnenaufgangs immer mehr Wolken auf).

Wie auch immer, wir haben versucht, das Beste daraus zu machen, und am interessantesten ist, dass ich an diesem Morgen mein bestes Bild des ganzen Workshops gemacht habe.

Leuchtturm am frühen Morgen, mit bewölktem Himmel
Leuchtturm (Berwick-upon-Tweed)

 

Die Schlösser von Bamburgh und Dunstanburgh

Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir nach Bamburgh zu Strandaufnahmen, mit dem atemberaubenden Bamburgh Castle im Hintergrund.

Blick vom Strand vom Bamburg in Richtung Bamburgh Castle mit wolkigem Himmel
Strand von Bamburgh mit dem Bamburgh castle im Hintergrund

Nach einem heißen Tee mn The Copper Kettle Tea Rooms in Bamburgh fuhren wir Richtung Süden nach Dunstanburgh. Hier wanderten wir am Strand von Embleton Bay, gefüllt mit Felsblöcken und Dunstanburgh Castle im Hintergrund.

Grosse Geröllbrocken am Strand von Embleton mit dem Schloss von Dunstanburgh im Hintergrund
Dunstanburgh Castle und der Strand von Embleton

 

Wir verweilten heute ziemlich lange an beiden Stränden, so dass jeder sich die notwendige Zeit nehmen konnte, um seine besten Fotostandpunkte zu finden und das Foto zu machen bekommen, was er sich vorstellte. Das ist es, was ich an den Workshops von Paul und Matt so schätze: es gibt keine Hektik, sie führen die Teilnehmer zu interessanten Plätzen, stehen immer für Hilfe, Fragen und Techniktipps zur Verfügung, wenn man sie braucht. Aber jeder macht seine eigenen Bilder, in seinem eigenen Tempo und Stil.

Felsformationen am Strand und der Bucht von Embleton, nahe Dunstanburgh Castle
Embleton Bay

 

Nach einer langen Fahrt zurück zum Hotel beendeten wir den Tag mit einem Abendessen und einem Drink in der Bar.

 

Auf der Suche nach dem Heiligen Geist

Am Sonntagmorgen verließen wir das Hotel für eine kurze Fahrt zum Strand von Spittal, um die Wellen zu fangen. Wir verbrachten einige Zeit an diesem Strand, so dass wieder jeder seine bevorzugte Aufnahmen machen konnte.

Der Strand von Spittal, mit dem Leuchtturm von Berwick-upon-Tweed im Hintergrund
Strand von Spittal, mit dem Leuchtturm von Berwick-upon-Tweed

 

Dann ging es weiter zum Strand in der Nähe von Cheswick für eine weitere Strandsession, diesmal auf und zwischen den Felsen.

Am Strand, in der Nähe von Cheswick. Starker Wellengang, Felsen
Am Strand, in der Nähe von Cheswick

 

Wir aßen im The Barn at Beal zu Mittag, um uns aufzuwärmen und um auf die Ebbe zu warten, so dass wir den Damm zur Heiligen Insel Lindisfarne sicher fahren konnten.

Nach der Ankunft, und wie üblich, trennten wir uns und jeder bewegte sich in seinem eigenen Tempo und versuchte, die befriedigendsten und originellsten Aufnahmen zu machen.

Blick auf die Ruinen des Klosters Lindisfarne beim Sonnenuntergang
Auf Holy Island mit dem Kloster Lindisfarne

 

Am Strand von Holy Island. Ein Schuppen mit einem rot gelben Boot davor.
Holy Island, am Strand

 

Am Strand von Holy Island. Eine Bank mit einer roten Blume, am späten Nachmittag im Sonnenlicht
Holy Island, am Strand

 

Am Strand von Hol Island. Ein nach oben führender Weg, mit einer Mauer als Begrenzung im Nachmittag Sonnenlicht
Holy Island, am Strand

 

Auf Holy Island. Ein Wohnwagen mit einem aufblasbaren Schwimmreifen mit einem Löwengesicht
Holy Island, der Zoo

 

Sonnenuntergang am Kloster Lindisfarne, mit dem Blick durch das Drehkreuz
Sonnenuntergang am Kloster Lindisfarne

 

Danach hatten wir eine erneute lange Fahrt zurück zum Hotel, und ich war wirklich froh, nicht selbst fahren zu müssen.

Am Abend mussten wir unsere endgültige Wahl für das Bild treffen, das Paul für uns drucken sollte. Nach einem leckeren luxemburgischen Bier in der Bar gingen wir ins Bett.

 

Eiskaltes Wasser, wärmendes Sonnenlicht

Der letzte Workshoptag führte uns zuerst nach Newton-by-the-sea, wo wir nach einem etwas längeren Spaziergang am Strand ankamen. Die Landschaft war sehr interessant, da es wieder eine fantastische Felsenlandschaft mit einigen kleinen Wasserlöchern war.

Newton-by-the-sea, gefrorenes Wasser (Eis) in einem kleinen Felsenloch
Newton-by-the-sea

 

Da das Meer nicht wirklich ruhig war, mussten wir versuchen, die beste Position für unsere Stative zu finden, ohne die Kamera zu oft ins Meerwasser zu tauchen ;-).

Fujifilm X-T2 steht auf einem Manfrotto Stativ im Meerwasser
Fujifilm X-T2 im Einsatz

 

Langzeitbelichtung in Newton-by-the-sea. Felsen, Sonne, Himmel mit Wolken
Newton-by-the-sea

 

Am Ende des Aufenthaltes an diesem Strand, und als fast alle weg waren, fand ich endlich den perfekten Platz für mein nächstes Bild. Leider war dieser 2-3 Meter ins Meer hinein. Also spazierte ich auf ein paar Felsen, versuchte den Wellen auszuweichen, um den genauen Platz zu finden. Dann ging ich zurück auf den trockenen Teil des Strandes, zog meine Schuhe und Socken aus, krempelte meine Hosenbeine hoch, bereitete Kamera und Stativ vor und stapfte ins eiskalte Wasser. Aber, gut vorbereitet, war der Schuss in weniger als 2 Minuten gemacht und ich war wieder aus dem Wasser.

Langzeitbelichtung im Meerwasser, Wolken, Felsen, eiskalt Wasser
Newton-by-the-sea, barfuss im eiskalten Wasser stehend

 

Meerwasser, Wolken, Felsen, eiskalt Wasser
Newton-by-the-sea

 

Nach diesem langen Aufenthalt am Strand und einem Mittagessen fuhren wir zum Hafen von Benthall. Unterwegs bekam ich einen Anruf von Border Engines, wo man mir mitteilte, dass sie das Problem gefunden haben, die Ersatzteile bestellt sind und mein Auto bis morgen Abend in Ordnung sein sollte. Tolle Neuigkeiten!

Im Hafen von Benthall war ich nicht wirklich motiviert, schon wieder Strandbilder zu machen (ja, der ganze Workshop war schrecklich: Strände, Strände, Strände, Sonne den ganzen Tag, gutes Wetter, freundliche Leute, wie langweilig….). Also nahm ich mein 56mm F1.2 und machte einige Aufnahmen mit geringer Schärfentiefe.

Halbrunde Leiter im Hafen von Benthall
Hafen von Benthall

 

Hellblaues Fischerboot our lads im Hafen von Benthall
Hafen von Benthall

 

Später fuhren wir zum Lindisfarne Damm, um die Pilgerhütten während des Sonnenuntergangs und der blauen Stunde zu fotografieren. Das war eine fantastische Lage, so ruhig und friedlich. Und endlich konnte ich meine Kamera wieder auf den Kopf stellen!

Fujifilm X-T2 kopfüber auf dem Stativ vor den Pilgerhütten am Damm von Lindisfarne. Sonnenuntergang.
Bereit für die blaue Stunde Lindisfarne Damm

 

Pilgerhütte am Damm von Lindisfarne. Sonnenuntergang.
Pilgerhütte nahe dem Lindisfarne Damm (Richtung Holy Island)

 

Das war’s! Letzte Aufnahme des Tages, zurück ins King’s Arms zum Abendessen. Als wir im Hotel ankamen, gab es die große Überraschung: Paul hatte alle Bilder gedruckt und sie sahen wirklich toll aus. Und es war wieder sehr interessant zu sehen, wie jeder von uns verschiedene Blickwinkel, Standpunkte und Gestaltungsideen erarbeitet hatte, obwohl wir alle ungefähr an den gleichen Orten waren.

Ich bin sehr zufrieden mit meinem Druck, und zu Hause habe ich ihn gerahmt und er ist jetzt ausgestellt. Danke Paul!

Ausgedrucktes und fertig gerahmtes Bild vom Leuchtturm in Berwick-upon-Tweed
Leuchtturm von Berwick-upon-Tweed, Druck von Paul Sanders

 

Am Dienstagmorgen hatten wir ein letztes gemeinsames Frühstück und dann trennten wir uns. Es war wirklich ein Vergnügen, euch alle zu treffen, und besonders Val, Robin, Terry, Matt und Paul wiederzusehen. Danke für den tollen Workshop und ein großes Dankeschön an Val und Robin, die mich während der 3 Workshoptage herumgefahren haben. Ich weiß das wirklich zu schätzen.

 

Motoren, Taxen und Flugzeuge

Wie endete denn nun meine Autostory und wie verbrachte ich den Rest meiner Zeit in Großbritannien?

 

Als ich am späten Nachmittag bei Border Engines ankam, wurde mir gesagt, dass die mechanischen Teile repariert worden seien und dass sie korrekt funktionierten. Leider gab es nun eine elektronische Fehlermeldung an einem Zylinder und dieser Fehler konnte leider nicht einfach zurückgesetzt werden. Also konnte ich das Auto nicht wegfahren, da es nicht richtig lief.

Nach einigen Telefonaten mit meinem Automobilclub, entschieden wir schließlich, dass die vernünftigste Option wäre, mein Auto nach Luxemburg abzuschleppen, mir einen Mietwagen für die nächsten Tage zur Verfügung zu stellen (in Edinburg abzuholen, da sie es nicht nach Berwick-upon-Tweed liefern, also würden sie mir ein Taxi schicken) und mir ein Flugticket anzubieten, um nächste Woche nach Hause zu fliegen. Da es die einzig akzeptable Lösung war, haben wir uns schließlich darauf geeinigt.

 

Am nächsten Morgen kam mein Taxi pünktlich an und wir stopften meine Sachen in alle verfügbaren Ecken.

Koffer, Tasche, Plastikbox, Gepäck auf dem Bürgersteig
Beim Versuch, mit den Gepäckbestimmungen der Fluggesellschaft klar zu kommen

 

Wir fuhren dann zu Border Engines, stopften das allermeiste davon in den VW, so dass ich nur noch mit meinem Fotorucksack und einem Gepäckstück weiterfuhr.

In Edinburgh (nach einer netten Taxifahrt und interessanten Gesprächen [der Fahrer war Analogfotograf]), holte ich meinen Mietwagen ab und setzte meine Reise schließlich mehr oder weniger wie geplant fort::

  • Edinburgh : Wanderung auf den Arthur’s seat, Spazieren in der Stadt
  • Aberdeen: meinen Sohn besuchen, ein paar Tage dort verbringen
  • Crianlarich, Loch Tulla, Rannoch Moor, Glencoe, Loch Lomond
  • Glasgow
Langzeitbelichtung des Strandes und Leuchtturms von Aberdeen, bei tiefstehender Sonne
Leuchtturm im Hafen von Aberdeen

 

Loch Tulla im wechselnden Licht, mit den schneebedeckten Bergen im Hintergrund
Loch Tulla

 

Wasserlauf im Glencoe Tal, gefrorene Oberfläche, Schnee, Wolken, Himmer, Busch
Glencoe

 

High Key Aufnahme einer sehr kleinen Insel im Loch Lomond, mit einem Busch
Loch Lomond, in der Nähe von Tarbet Isle

 

Am Montag flog ich von Glasgow über Manchester nach Luxemburg zurück. Mein Auto kam eine Woche später in Luxemburg an und wurde am darauffolgenden Tag endlich repariert. Alles in allem war die Reparatur ziemlich teuer, aber ich war wirklich froh, dass meine Mitgliedschaft im Automobilclub das Abschleppen, die Autovermietung und das Flugticket für mich 100% kostenfrei gestaltet hat.

 

 

Alle Bilder auf dieser Seite sind von mir selbst.

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